|
Home |
Grundsatzprogramm des ÖCV 1979Im "Grundsatzprogramm 1979 des ÖCV" heißt es zum Prinzip Vaterland u.a.: Gesellschaftspolitische Leitlinien 1983Die "Gesellschaftspolitischen Leitlinien des ÖCV" aus 1983 widmen dem Prinzip "patria" das Kapitel "Politische Ordnung". Nur vier Jahre
nach dem Grundsatzprogramm 1979 steht die Souveränität Österreichs nicht mehr als zentrales Anliegen im Vordergrund, die Souveränität aller Staaten wird zugunsten einer dem
Gemeinwohl aller Menschen dienenden internationalen Ordnung relativiert:
Gesellschaftliche Grundsätze 1994Die "Gesellschaftspolitischen Grundsätze und Positionen 1994 des ÖCV" kehren wieder zur Tradition des Bekenntnisses zum souveränen Österreich zurück: Der ÖCV unterlässt es dabei sich mit dem staats- und völkerrechtlichen Widerspruch auseinanderzusetzen, gleichzeitig die volle Einbindung Österreichs in den Integrationsprozess der EU und die Souveränität Österreichs im herkömmlichen Sinn zu fordern. Lediglich das Bekenntnis zur Neutralität, die 1972 noch als Teil der politischen Eigenständigkeit verstanden, 1979 gleichrangig mit der Souveränität erwähnt und 1983 bereits als hinderlich dargestellt wurde, ist 1994 entfallen. Ich komme zum Schluss, dass das Bekenntnis zu einem unabhängigen Staat Österreich mit Fortschreiten der europäischen Integration zunehmend an Bedeutung verloren hat und weiterhin verlieren wird. Es wird sich letztlich faktisch oder sogar ausdrücklich darauf beschränken, dass jede Vertiefung der europäischen Integration und damit Verlagerung von essentiellen Staatsaufgaben zur EU auf dem Boden der österreichischen Verfassung erfolgen muss. Die Grund- und Freiheitsrechte, die die Grundsatzprogramme des ÖCV wiederholt und nicht nur auf Österreich bezogen einfordern, müssen dabei auch gegenüber der EU tatsächlich in vollem Umfang gültig und durchsetzbar sein. Angesichts der Machtfülle der Institutionen der EU ist der Mangel an demokratischer Legitimation ihrer Gesetzgebung, der die Regierungen der Mitgliedsstaaten zu den eigentlichen Souveränen der EU und damit zunehmend auch der Mitgliedsstaaten macht, als besonderer Missstand zu bezeichnen. Für uns CVer muss die uneingeschränkte Loyalität zur Realverfassung ihre Grenzen haben, wo sie unserem Wertekatalog insgesamt in wesentlichen Punkten nicht (mehr) entspricht. Auch die Europaidee darf nicht um jeden Preis verfolgt werden. In welcher Form Österreich auf der Landkarte eines "Europas der Regionen" zu finden sein müsste, um unseren Vorstellungen von "patria" (noch) zu entsprechen, bedarf noch einer ausführlichen Diskussion. Mit einem Verzicht auf das Bekenntnis zu (einem unabhängigen) Österreich würden Welfia und der ÖCV allerdings nicht einen ewig unverrückbaren Grundsatz über Bord werfen, sondern kehrten zu den Ursprüngen zurück, in denen "patria" kein konkretes Staatsgebilde meinte. Seien wir ehrlich; behandeln wir das Bekenntnis zu Österreich nicht schon längst mehr als formale Aufnahmevoraussetzung denn als unverzichtbares Anliegen aller Bundesbrüder? Quellen- und LiteraturhinweiseGeorg Schnürer: "Welfia, ihre Entstehung und ihre Schicksale" (Altherrenverband der "Welfia", 1935) |
| [zurück | Inhalt | Version zum Drucken] |
Letztes Update: Thu, 26 Jun 2008 19:35:31 GMT - Webmaster und Impressum - © 2008 KHV Welfia