In memoriam Bbr. Trenck

Welfia nahm am 21. September von ihm Abschied

Bundesbruder Trenck

Nekrolog gehalten am Trauerkommers
in memoriam AH HR OVR Dr. Johannes FRIEDRICH w. Trenck
von Dr. Manfred Wallner v. Walz am 21. September 2001

Unser lieber Freund und Bundesbruder AH HR OVR Dr. Johannnes Friedrich w. Trenck hat uns, nach mehrjährigem Leiden, welches ihn sichtlich immer mehr schwächte - jedoch auch immer wieder von Phasen unterbrochen war, in denen er wesentlich besser und, zu unserer Freude, fast wieder "der Alte" war, am Sonntag, dem 9. September für immer verlassen.

Ich verliere mit ihm einen lieben Schulkameraden von frühester Jugend an, einen Maturakollegen, danach einen hilfsbereiten Studienkollegen und vor allem einen Freund und Bundesbruder in unseren beiden Verbindungen, mit dem ich durch Jahrzehnte verbunden und bis zuletzt, auch als er schon sehr zurückgezogen lebte, immer noch Kontakt hatte.

Die beiden Verbindungen verlieren mit ihm einen ihrer getreuesten, in seiner Studienzeit außerordentlich aktiven, aber auch später immer wieder präsenten Bundesbruder, auf den man bauen konnte und der, trotz seiner zehrenden Krankheit - soweit es ihm möglich war - immer wieder den Weg zu seinen Bundesbrüdern gefunden hat, zuletzt beim Welfengrillfest im Juli dieses Jahres. Er ist der sechste von insgesamt zehn meiner Maturakollegen, die im Jahre 1946 im Zuge, oder kurz nach der Wiedergründung zu einer bzw. zumeist zu beiden Verbindungen kamen, von denen wir uns schon für immer haben verabschieden müssen.

Kindheit

Unser Bundesbruder Trenck wurde am 1. August 1928 in Wien-Floridsdorf geboren. Sein Vater bekleidete eine verantwortungsvolle Stellung in der Stiftsverwaltung - er war Verwalter aller Häuser, welche dem Chorherrenstift Klosterneuburg gehören, und so ergab es sich bald, daß die Familie eine Dienstwohnung in dem auch dem Stift gehörenden damaligen Gerichtsgebäude beziehen konnte. Die Bindungen der Familie zu Kirche und zu katholischen Organisationen waren naturgemäß eng und so kam es, daß er schon in frühester Jugend und noch vor der Hitlerzeit erste, wenn auch nur sehr vage Kontakte zum Cou-leurstudententum erfahren konnte. Doch dazu später.

Schulzeit

Er besuchte die Volksschule und das Gymnasium in Klosterneuburg. Vom ersten Einziehungsschub unseres Jahrganges im Kriegsjahr 1944 zu den Luftwaffenhelfern blieb er noch aus gesundheitlichen Gründen verschont, aber schon kurze Zeit später wurde er zum Reichsarbeitsdienst (nach Zurndorf) und anschließend zur Deutschen Wehrmacht zu einer Gebirgsjägereinheit nach Garmisch-Partenkirchen eingezogen. Noch während der Ausbildung erlebte er das Kriegsende und kam für zwei Monate in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Aus dieser heimgekehrt war es ihm - wie allen Schulkollegen unseres Jahrganges - vergönnt, noch einmal die Schulbank, nämlich die der achten Gymnasialklasse, drücken zu "dürfen" und im Jahre 1946 die erste Nachkriegsmatura abzulegen. Diese, nach dem Kriegsinferno noch einmal zurückgewonnene Schul- und Jugendzeit erlebten und genossen wir, trotz der wirtschaftlich tristen Nachkriegssituation, freudig und so gut das damals möglich war. Man war bescheiden und mit Wenigem zufrieden.

Der Weg zu Armina und Welfia

Die erwähnten ersten Vorkriegs-Verbindungskontakte und die nachbarliche Freundschaft mit der Familie Großbieß sowie noch weitere Kontakte führten dazu, daß er im Zuge der Reaktivierung Arminias am Wiedergrün-dungskonvent im Jahre 1946 bei dieser Verbindung als "Wiedergründungs-bursch" aufgenommen wurde. Sein Beispiel - er war unser Klassenprimus - und auch das des gleichfalls als Wiedergrün-dungsbursch Arminias aufgenommenen Consemesters Anton Hobbiger, dessen Brüder Vorkriegs-Welfen waren, sowie die Keiltätigkeit durch unseren legendären Gymnasialprofessor Wirth-Purtscheller v. Zwirn, seinem späteren Leibburschen bei Arminia, bewirkten, daß sich schließlich insgesamt zehn Schüler dieser Maturaklasse entschlossen der Arminia und sehr bald auch - in der Mehrzahl der Fälle - der Welfia beizutreten.

Bbr. Trenck inskribierte im Herbst 1946 an der Tierärztlichen Hochschule in Wien und wurde am 19. Oktober 1946 bei Welfia rezipiert. Sein Leib-bursch bei Welfia wurde AH Großbieß v. Welf. Er war bei beiden Verbindungen sehr aktiv und bekleidete auch bei beiden diverse Chargen (bei Arminia Senior, bei Welfia Fuchsmajor, sowie etliche Male Schriftführer). Sein Leibfuchs bei der Welfia ist Bbr. Mehl v. Socrates.

Ein Multitalent und Vorbild

Unser Bbr. Trenck war in unserer Maturaklasse nicht nur als ein guter Schüler und Klassensprecher ein Vorbild. Er war auch unser bester Turner, besaß großes Zeichentalent, war ein außergewöhnlich guter Sänger, verfügte über ein sehr gutes Aussehen und ein imponierendes, selbstsicheres und bei Damen sehr charmantes Auftreten - kurz und gut er war ein Bursch, dem die Mädchenherzen zuflogen, was maßgeblich mit dazu beitrug, daß die beiden Verbindungen sehr bald über einen sehr attraktiven und rührigen Damenzirkel verfügten, was dem Verbindungsleben weiteren Auftrieb gab. Im Sommer spielte sich ein Großteil des Verbindungs- und des Privatlebens im Strandbad ab, wo unser Bbr. Trenck stets gute Figur machte und den Ton angab. Die beiden Verbindungen besaßen damals eine größere Kabine und Welfia eine Plätte. Dazu kamen noch mehrere Privatboote von Bundesbrüdern, was das Strandleben sehr förderte. Am Ankauf und dem "Herunterschwabbeln" der Welfenplätte von Aggsbach nach Klosterneuburg war Trenck natürlich maßgeblichst beteiligt, bzw. der eigentliche Initiator.

Bundesbruder Trenck 2

Für sein Gesangstalent war Bbr. Trenk besonders in Couleur-kreisen bekannt. Dieses Bild zeigt eine Szene aus einer Bieroper, welche Bbr. Trenck und Bbr. Alois Hradil w. Attila zum Besten gaben.

Oftmaliger Chargierter

Aber auch im eigentlichen, traditionellen Verbindungsleben machte Trenck, besonders als oftmaligen Chargierter, immer wieder gute Figur, wovon zahlreiche Fotos - wie beispielsweise jenes im Chargenzimmer hängende gerahmte Bild der Hauptchargierten des 40. Stiftungsfestes Welfiae Zeugnis geben.

bundesbruder Trenck 3

Bbr. Trenck trägt die Welfenfahne beim Auszug aus der Stiftskirche anläßlich des 40. Stiftungsfestes Welfiae. Links neben ihm Kurt Hubinek-Waldmüller w. Waldi, rechts Peter Reimer w. Reblaus. Dieses Bild hängt im Chargenzimmer unserer Verbindung und wird das Gedenken an unseren Bbr. Trenck auch für zukünftige Generationen aufrechterhalten.

Sein Zeichentalent stellte er auch in den Verbindungen, beispielsweise durch seine Beteiligung an der Schaffung des Arminen-Wappens sowie durch zahlreiche sehr schöne Illustrationsseiten der beiden Verbindungsgästebücher unter Beweis. Sein Gesangstalent zeigte er nicht nur bei Gesangskonventen und Kneipgesängen, (Arm) in Haigermoos (OÖ) trat er in den Veterinärdienst der NÖ Landesregierung ein, wo er unter anderem an der Schaffung der äußerst umfangreichen Karteien der damals anlaufenden TBC- und Bangtilgungsaktionen mitwirkte. Nach einigen Jahren Dienst in der Zentralstelle wurde er als Amtstierarzt in verschiedenen Bezirkshauptmannschaften eingesetzt. Als einige Jahre später die Amtstierarztstelle an der BH Tulln frei wurde, gelang es ihm, diese sehr gefragte Stelle zu bekommen, was für ihn den großen Vorteil hatte, weiter in Klosterneuburg wohnen zu können. In Tulln erfüllte er durch viele Jahre gewissenhaft sondern besonders auch durch die bravouröse Wiedergabe von Opernanien bei zahlreichen Anlässen. Er hatte übrigens auch vorübergehend professionelle Stimmausbildung in Anspruch genommen. Er war stets "flotter Bursche", voll Witz und oft auch voll Übermut und bei jedem Ulk dabei. Er vernachlässigte dabei jedoch nicht sein Studium und beendete es 1955 mit der Promotion zum Dr. med. vet.

Beruflicher Werdegang

Im Anschluß an das Studium, nach einigen kurzen Praxiszeiten bei unserem Bbr. Dr. Hans Schwaiger v. Tacitus seine Pflichten als Bezirksveterinär bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1990 und seine ambitionierte Tätigkeit wurde noch vor der Versetzung in den Ruhestand durch die Verleihung des Hofratstitels mit einer hohen Auszeichung des Landes Niederösterreichs gebührend gewürdigt.

Unser Bbr. Trenck fand zwar, wie ich schon erwähnte, sowohl in seiner Studentenzeit als auch danach stets bei den Damen großen Anklang, jedoch zu einer dauerhaften Bindung konnte er sich trotz der relativ großen Auswahl - oder vielleicht gerade wegen dieser - nie entschließen. So kam es, daß er, nachdem beide Eltern verstorben waren, plötzlich ganz alleine dastand und trotz des großen Freundeskreises allmählich immer mehr vereinsamte, besonders als ihm zunehmende gesundheitliche Probleme das Leben schwer machten.

Allmähliche Vereinsamung

Es war bedrückend, zusehen zu müssen, wie er sich immer mehr zurückzog und daß er sich, nachdem schließlich auch aus seinem engeren Freundeskreis so mancher von unserem Herrn abberufen worden ist, allmählich zu einem Art "Einsiedler" entwickelte, der sich bis zuletzt energisch dagegen sträubte, sich helfen zu lassen. Das ist auch den Witwen unserer beiden verstorbenen Bundesbrüder Neunteufel und Prodinger, die sich sehr bemühten und immer wieder versucht haben, ihm zu helfen, was ihnen jedoch aus dem oben erwähnten Grunde nur ansatzweise gelingen konnte, widerfahren. Ihnen beiden sei an dieser Stelle für ihr Bemühen ausdrücklich Dank gesagt.

Einsam, wie er zuletzt lebte, - aber versehen mit den Tröstungen unserer Religion, gespendet von seinem Pfarrer, Chorherr "seines" Stiftes, der zugleich Bundesbruder in beiden Verbindungen ist, so ist er trotz Intensivbehandlung an unserem Klosterneuburger Krankenhaus am 9. September von uns gegangen, in eine andere, bessere Welt, die kein Leid und keinen Schmerz kennt und in die ihm schon so viele unserer Bundesbrüder vorangegangen sind. Kein Verwandter - sondern seine beiden besten Freunde aus glücklicher Jugendzeit - sie waren übrigens auch seinerzeit Bundesbrüder bei Arminia - regelten für ihn als letzten Freundschaftsdienst all die traurigen Formalitäten für die Beerdigung, um in Würde von ihm Abschied nehmen zu können.

Seinen beiden Verbindungen hat unser Bundesbruder Trenck trotz der zunehmenden Zurückgezogenheit in den letzten Jahren durch all die fünfeinhalb Jahrzehnte, die er ihnen angehört hat, die Treue gehalten. In diesen seinen Verbindungen und mit seinen Bundesbrüdern hat er die schönsten und glücklichsten Zeiten seines Lebens verbracht.

Kranz

Bei der traditionellen Kranzniederlegung am Tag vor Allerheiligen gedachten die erschienen Welfen besonders ihrem erst unlängst verstorbenen Bundesbruder Trenck.

[Version zum Drucken]

Letztes Update: Mon, 28 Nov 2011 13:12:53 GMT - Webmaster und Impressum - © 2011 KHV Welfia

Valid XHTML 1.1 Valid CSS! Level A conformance icon, W3C-WAI Web Content Accessibility Guidelines 1.0 [Valid RSS]